
 Die Walcker-Orgel in St. Gertrud
Die von der Orgelbaufirma Eberhard Friedrich Walcker im Jahre 1910 gleichzeitig mit der Kirche fertig gestellte Orgel in der Lübecker St. Gertrud-Kirche gehört zu den wenigen romantischen Zeugnissen des deutschen Orgelbaus in Lübeck.
Von den Neubauten der Firma Walcker in der Hansestadt (1888 St. Petri, 1893 Dom, 1894 Herz Jesu, 1909 Reformierte Kirche, 1910 St. Gertrud) existieren nur noch die beiden letzten aus der Kaiserzeit. Außerdem existieren noch Instrumente aus den 60-ziger Jahren in St. Martin und St. Birgitta.
Die Orgelbaufirma Walcker gilt als eine der führenden Repräsentanten des deutschen romantischen Orgelbaus. Das Klangideal der Orgel orientiert sich am symphonischen Orchesterklang. Feinste dynamische Abstufungen bei einem weichen und grundtönigen Klang mit vielen 8´-Registern werden durch Jalousieschwellwerke und „streichende“ Register (z.B. Violon oder Geigenprinzipal) verfeinert. Technische Neuerungen wie Röhrenpneumatik, Freie Kombinationen und Crescendowalze erlauben schnelles Umregistrieren durch den Organisten.
1980 wurde die Orgel in der Hoffnung erweitert, dass damit auch barocke Orgelliteratur darstellbar sei. Dabei wurde auch in die technische Anlage der Orgel eingegriffen. Leider passt die Erweiterung klanglich nicht in das romantische Grundkonzept hinein, so dass eine Lösung gesucht wird.
Inzwischen ist die bald einhundjährige Orgel in einem renovierungsbedürftigen Zustand. Die gesamte technische Anlage arbeitet nicht mehr zuverlässig und bedarf einer grundlegenden Überholung.
Mit einem Konzert des Kammerorchesters Sinfonietta Lübeck am Kommunalwahlsonntag, 25.5.2008 um 17 Uhr soll auf die Situation aufmerksam gemacht werden und erste finanzielle Mittel eingeworben werden. Unter der Leitung von Kirchenkreismusiker Peter Wolff wird ein sehr abwechslungsreiches Programm musiziert. Den bekannten Vier Jahreszeiten des Italieners Antonio Vivaldi, die von 4 verschiedenen Solisten interpretiert werden, steht eine kammermusikalische Komposition des französischen Komponisten Charles Gounod gegenüber: Petit Symphonie für Blasinstrumente. Das Benefizkonzert wird abgeschlossen von der großen g-Moll Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 550. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Um eine großzügige Spende für die Orgel wird gebeten.
Peter Wolff
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