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Eingestellt am: 13.11.2011

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Warum ich als Arbeiter Christ bin

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Warum bin ich als Arbeiter Christ?

Ein Zeugnis von Fritz Mekelburg (+1992)
aus dem Jahre 1954

 

 

  

Das Thema des heutigen Abend lautet: "Warum bin ich als Arbeiter Christ?" Ich nehme an, dass unter Ihnen etliche Arbeiter sind, und da ich auch einer bin, möchte ich erzählen, wie ich zu Christus fand. - Man spricht viel vom christlichen Abendland, zu dem wir ja alle gehören. Wenn ich mich aber mit Arbeitskollegen über Glaubensfragen unterhalte, merke ich bald, dass sie zwar an einen Gott oder eine höhere Macht glauben, aber mit Christus weiß keiner etwas anzufangen. Die christlichen Feiertage werden natürlich mitgenommen, ich sage absichtlich: "mitgenommen", weil sie ja bezahlt werden, aber gehalten werden sie keinesfalls, weil so wichtige häusliche Arbeiten zu verrichten sind. Auf die Taufe, kirchliche Trauung und das kirchliche Begräbnis möchte man allerdings nicht verzichten. Damit ist dann aber auch Schluss. Der sonntägliche Gottesdienst erscheint vielen überflüssig. Das Fußballspiel möchte man dagegen nicht versäumen, weil man ja wissen muss, welche Mannschaft verliert oder gewinnt. Das ist ja wichtig für den nächsten Tippzettel.

Aus meinem Leben will ich Ihnen erzählen, dass auch ich meinte, am Sonntag meinen Garten bestellen zu müssen, weil mir sonst dafür zu wenig Zeit blieb. Menschlich gesehen war es ja auch verständlich, weil der Garten weit weg war. Bis mir durch einen Unfall, den ich am Sonntag im Garten hatte, klar wurde, dass Gott auch darin von mir Gehorsam erwartete. Die Gartenfreunde unter Ihnen werden mir nachfühlen können, dass das nicht so leicht war. Der Sonntag wurde mir erst richtig zum Feiertag, als ich ihn auch wirklich hielt, indem ich den Gottesdienst besuchte. Gott hat meinen Gehorsam auch reichlich gesegnet. Nicht nur, dass der Garten trotzdem fertig wurde und die Ernte reichlicher, es wirkte sich auch auf das Familienleben aus. Die Kinder freuten sich nun auch auf den Sonntag, weil Vater Zeit für sie hatte. Schließlich merkte ich es an mir selbst, dass ich viel frischer und fröhlicher in die neue Woche gehen konnte. Was Gott an mir getan hat, ist er auch bereit, an jedem von Ihnen zu tun. - Auf der einen Seite fragen wir nicht nach Gott, sind ungehorsam: Doch wenn irgendwelche einschneidenden Ereignisse in unserem Leiben eintreten, z.B. Krankheit oder Todesfall im engsten Familienkreis, dann wird gefragt: "Wie kann Gott das zulassen? Es passt uns durchaus nicht, dass Gott gerade solche Wege mit uns geht. - Oder hat der eine oder andere schon mal darüber nachgedacht, wenn er durch Krankheit seiner Arbeit nicht nachgehen kann, dass es wirklich nur Gott ist, der uns Gesundheit schenkt und erhält? Dass er uns gerade durch dieses Krankenlager aufrütteln will? - Wie oft sind wir aber auch schon bewahrt worden, bei einem Betriebs- oder Verkehrsunfall. In seinem Innersten denkt auch der, der von sich behauptet, ungläubig zu sein und ohne Gott leben zu können: Gott hat mich bewahrt. Nach außen hin wird er aber nur sagen: Glück gehabt. Wir vergeben uns aber nichts von unserer Männlichkeit, wenn wir auch nach außen hin zugeben, dass Gott uns bewahrt hat und ihm allein die Ehre geben.

Sonst halten wir sehr viel von äußerlichen Dingen. Wir meinen, der andere hätte es leichter, an Christus zu glauben, dem ginge es besser, der hätte das dickere Portemonnaie. In meiner Lage würde er ganz anders reden. Im Grunde bedauern wir uns nur selbst damit und drehen uns um unser eigenes "Ich". Schauen wir doch lieber auf Christus, bei dem es kein Ansehen der Person gibt. Fragen wir doch lieber, was er uns zeigen will, dass er uns gerade so geführt hat. Seit ich so gefragt habe, durfte ich erkennen, dass mich Gott meine Heimat "Ostpreußen" verlieren ließ, weil er mir zeigen wollte, dass aller Irdische vergänglich ist, bleibend nur seine ewige Heimat. Die Flüchtlinge unter Ihnen werden mich wohl verstehen können. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich nun alles, was ich mir neu erwerbe als Gottes Geschenk ansehe. Aber mein Herz hängt nicht an den toten Dingen, die mir jederzeit genommen werden können. Mein Herz hängt an Gott und somit an seinem Sohn Jesus Christus. Aber Jesus ist der Weg zu Gott. Er hat meine Sünden auf sich genommen, ist für meine Sünden am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden. Am Kreuz darf ich nun im Glauben meine Sünden ablegen. Wenn Sie das auch tun, werden Sie bald merken, dass sich Ihr Denken völlig umwandelt, wie eine Freude in Ihr Herz kommt, auch wenn sich zunächst die äußerlichen Dinge nicht ändern. Gott sieht in die ehrlichen, aufrichtigen Herzen und wird auch äußerlich etwas geschehen lassen. Ist es nicht schon eine Gabe Gottes, wenn unser Auge wieder leuchten kann? Unsere Frau, die Arbeitskollegen und unsere ganze Umgebung werden es bald merken. Lernen wir, uns wieder über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Betrachten wir unsere Kinder nicht nur als finanzielle Belastung, sonder als ganz großes Geschenk Gottes.

Wir Männer haben es oft etwas schwer, uns so in Glaubensdinge hineinzufinden, weil wir meinen, das ist mehr für Frauen, vielleicht noch für ältere Leute. Der Gedanke ist uns so fremd geworden, unsere Hände zu falten, man schämt sich, sein Gefühl zu zeigen. Der Krieg hat sein Übriges getan und durch Erlebtes manches zugeschüttet.

Ich habe auch gedacht, was wohl die anderen sagen werden, wenn ich zur Kirche gehe. Und es ist auch nicht so einfach, dann standhaft zu sein. Aber wenn man etwas ablehnen will, dann maß man es doch erst richtig kennen. Das sagte ich mir selbst und auch denen, die mich fragten. In meinem Herzen aber war doch ein brennendes Verlangen. So besuchte ich also die Bibelstunden, ging zum Männerkreis, weil ich einsah, dass aus den Konfirmandenstunden nicht all zu viel haften geblieben war. Ich wollte doch die Bibel näher kennen lernen. Und dabei fand ich Jesus und damit die Notwendigkeit, mich für ihn zu entscheiden. Er hat diesen meinen Glaubensschritt auch reichlich gesegnet. Er gibt mir auch heute den Mut, sein Zeuge zu sein.

Darum ist es besser, sich heute noch mit der Frage auseinander zu setzten "Für oder wider Christus. Entscheiden muss man sich. Noch ist es Zeit. Prüfen Sie ehrlichen Herzens Gottes Wort, und ich bin gewiss, Sieger bleibt Jesus Christus. Amen.