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27.06.2010: Den Höhepunkt der Festwoche 100 Jahre St. Gertrud-Kirche bildete das Fest samt Gottesdienst am 27. Juni bei strahlendem Sonnenschein.

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06.09.2009

Mama Massai, Angelika Wohlenberg, zu Gast in Lübeck in der St. Gertrud Gemeinde „Warum lasst ihr eure Kinder zuhause?, das verstehen wir nicht.“

Mit dieser Frage während seiner Vorstellung traf der ehemalige Christenverfolger und jetzige Evangelist, Johannes, ins Schwarze. „Ihr Deutschen habt früh Missionare zu uns nach Tansania geschickt, viele gute Spuren des Evangeliums sind noch zu finden, aber heute kommen wir zu euch, um bei euch das Evangelium zu verkünden“, fuhr er fort, als er auf einen gut besuchten Gemeindesaal voller 50+ Zuhörer schaute. An Selbstvertrauen mangelte es diesem Evangelisten nicht, der keinerlei Schulbildung genossen hat. Er ist jetzt in der tansanischen Steppe für fünf Kirchen und Gemeinden verantwortlich und leitet mehrere Chöre, die das Wort Gottes mit Musik unter den Massai verbreiten; und er begleitet die „Sister“, Missionarin, Krankenschwester und Hebamme, Mama Massai, Angelika Wohlenberg zusammen mit drei weiblichen Massai auf der derzeitigen Fundraisingtour durch Deutschland.

Über 450 Patenschaften für Kinder hat das Projekt „Hilfe für die Massai“ bereits geschaffen und es kommen jedes Jahr 30 neue hinzu. Es gibt eine eigene Schule und ein Internat. Unzähligen Kindern wird so ein Zugang zu Bildung geschaffen, ohne den die Massai wohl verloren gehen werden. Sie  werden in der Zukunft diese ausgebildeten Volksvertreter brauchen, um nicht aller ihrer angestammten Rechte verlustig zu gehen.

Ohne Fundraising-Aktionen wie diese wäre die auf Spenden angewiesene Arbeit im Massailand nicht vorstellbar.

Seit nunmehr 26 Jahren lebt und arbeitet Angelika Wohlenberg, die wilde Heilige der Steppe, wie sie im gleichnamigen Buch über sie genannt wird, in Tansania bei den Massai. 7 Jahre hat es gedauert, bis die Massai ihr vertrauten. Heute ist sie eine Institution, Adoptivtochter eines mächtigen Stammesältesten, und so, wie er es wollte, nicht mehr schutzlos in der Steppe unterwegs. Dennoch stellen Räuber, wie sie uns berichtete, eine immer größere Gefahr für ihre Arbeit dar.

Angelika Wohlenberg und ihre vier Begleiter haben die Menschen in unserer Kirchengemeinde mit ihrer klaren Botschaft begeistert und in Bewegung gebracht. Der Gottesdienst am Sonntag d. 6. September, in der St. Gertrud Kirche, in dem die vier Massai als Chor mehrfach Beifallsstürme ausgelöst haben und in dem die Sister eine engagierte und von Herzen kommende Predigt gehalten hat, hat dem anschließenden Missionsfest auf der Kirchwiese den richtigen „Kick“ gegeben. Nachdem die Missionare, trotz eines weiteren bevorstehenden Einsatzes am Abend,  sich nicht zu schade waren, noch mal mit Rollenspiel und Vortrag durch Angelika, die Gemeinde zu bereichern, haben wir sie schließlich schweren Herzens ziehen lassen – zu neuen Aufgaben. „Gott segne dieses Projekt“, haben manche auch durch ihre Spenden zum Ausdruck gebracht.

 

Foto und Text: erik asmussen

Das Foto zeigt Angelika Wohlenberg mit ihren vier Begleitern und zwei Gemeindegliedern aus Lübeck

Bundesverdienstkreuz für Angelika Wohlenberg!

Angelika Wohlenberg hat in Daressalam das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen.

Der deutsche Botschafter in Tansania, Wolfgang Ringe, nahm die Ehrung stellvertretend für den Bundespräsidenten vor. Ausgezeichnet wurde Angelika für ihre langjährige Arbeit unter den Massai.

Hier habe sie eine einzigartige Hilfe geleistet und über Jahre hinweg vorbild- und beispielhaft den Menschen gedient, so der Botschafter in seiner Ansprache anlässlich der Ehrung.

Das Bundesverdienstkreuz am Bande ist die höchste Ehrung, die bei einer erstmaligen Ordensverleihung vergeben wird. Vorgeschlagen für die Ehrung wurde die gelernte Hebamme und Krankenschwester dem Bundespräsidenten durch das Auswärtige Amt.