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20.06.2020: Ein gelungenes Konzert als Auftakt für unsere Festwoche "100 Jahre St. Gertrud-Kirche"
20.06.2020
Ein gelungenes Konzert als Auftakt für unsere Festwoche "100 Jahre St. Gertrud-Kirche"

Am Sonntag, dem 20. Juni wurde die Festwoche imposant eröffnet mit der "Schöpfung von Haydn" Unter der Gesamtleitung von Peter Wolff musizierten das Kammerorchester Sinfionetta, die Vereinigten Kantoreien in St. Gertrud, der Kammerchor Vocapella und die Solisten: Zsuzsa Bereznai, Sopran, Peter Hundelt, Tenor und Jan Westendorff, Bass. Ein nicht enden wollender Applaus gab die Stimmung wieder und die Begeisterung des zahlreich erschienenen Publikums.
Hier die Kritik detailiertere Kritik von Herrn Dittrich:
Jubiläum in St. Gertrud wurde mit Haydns „Die Schöpfung“ gefeiert.
Dieses Jubiläum wurde Ende Juni auch musikalisch gefeiert. Einen Höhepunkt bildete dabei die Aufführung von Joseph Haydns dreiteiligem Oratorium „Die Schöpfung“. Ein Ereignis, das sich Musikfreunde nicht entgehen ließen. Nicht nur das große Kirchenschiff, sondern auch die Emporen waren voll besetzt.
Peter Wolff leitete die Aufführung mit den vereinigten Kantoreien im Stadtteil St. Gertrud, dem Kammerchor Vokapella, dem Kammerorchester Sinfonietta, sowie den Solisten Zsuzsa Beresnai (Sopran), Martin Hundelt (Tenor) und Jan Westendorff (Bass). Hundelt war dabei kurzfristig für Wolfram Wende eingesprungen, der wegen Krankheit absagen musste.
Bezirkskirchenmusiker Peter Wolff wählte überwiegend straffe Tempi, gestaltete den Kosmos des Haydnschen Werkes in gewaltigen Chorklängen und anrührenden Ensembles packend, ja in den Schlusschören der drei Teile mitreißend. So kam eine Aufführung von großer Geschlossenheit zustande. 110 Minuten kurz, obwohl nur ein Rezitativ und ein paar Takte im Liebesduett von Adam und Eva gestrichen waren. Insbesondere die Chöre sprachen unmittelbar an, waren schwungvoll, mit Hingabe musiziert, wobei nicht ständig in Forte gesungen wurde. Dynamische Anweisungen des Komponisten, etwa der wiederholte Wechsel von forte und piano im Chor Nr. 30 (Gesegnet sei des Herren Macht) wurden genau beachtet. Das Orchester zeigte gute Leistungen. Dass bei einer nicht ständig professionell musizierenden Vereinigung der eine oder andere Patzer im Blech passiert, ist normal und schmälert den musikalischen Eindruck nicht wirklich. Peter Wolff hielt das Geschehen seiner Hundertschaft von Mitwirkenden mit deutlicher Zeichengebung gut zusammen. Bei den Gesangssolisten überstrahlte Zsuzsa Beresnai mit ihrer großen Partie die Kollegen nicht nur in der Tonhöhe. Die Stimme wurde klug geführt, geschickt eingesetzt. Die Sängerin beachtete in den Arien nicht nur die üblichen Verzierungen, sondern fügte weitere schmeichelnde Umspielungen ein, ließ Tauben gurren und Nachtigallen schluchzen. Angenehm und aufblühend in der Höhe gefiel der starke, klare Bass von Jan Westendorff gleichermaßen. Martin Hundelt hatte sich offenbar schnell hinein gefunden, gestaltete vor allem die Arien überzeugend. In den Ensembles der Solisten herrschte Einigkeit. Die Verzahnung von Solisten und Chor schien ebenfalls gut geprobt. Sehr erfreulich ist zudem, dass sich anspruchsvolle und überzeugende Aufführungen großer Werke der Sakralmusik nicht nur in den Innenstadtkirchen organisieren lassen.
Starker, lang anhaltender Beifall dankte den Mitwirkenden.
Konrad Dittrich



