ZWEIMAL HABEN WIR JETZT SCHON NEUE FORMEN AUSPROBIERT - zusammen mit Pastor i.R. Edgar Huhn, Astrid Huhn, Günter Müller, Bettina Matzen, Pastor Erik Asmussen. Herzliche Einladung zum nächsten Event am 15.3.2020 um 19 Uhr in der St. Gertrud Kirche am Stadtpark!

 „Verleih uns Frieden gnädiglich“, Konzert zum Volkstrauertag in St. Gertrud

Ein abwechslungsreiches Programm hatte Peter Wolff für den 17. November mit seiner Kantorei, der Vocapella Lübeck und der Sinfonietta Lübeck zusammengestellt. Nach einem „Kyriesatz“ von Mozart, in dem er das Flehen um Erbarmen musikalisch gekonnt umsetzt erklang die Schicksalssinfonie“ von Beethoven. Hier konnte das Orchester mit schönen Bläsersoli und warmen Streicherklang überzeugen. Aber Wolff animierte die Musiker auch zu sich langsam entwickelnden Crescendi und opulenten Tutti. Dabei blieb das Orchester im Klang weitgehend durchsichtig. Dadurch wurden viele Details dieser fünften Sinfonie Beethovens, dessen 250. Geburtstag die Musikwelt im nächsten Jahr feiert, hörbar. Wolff nahm gemäßigte Tempi und ließ den zweiten Satz ruhig fließen, sodass sich die Musik angenehm entfalten konnte. Das Scherzo mit seinen kammermusikalisch anmutenden Zwischenspielen wurde schön aus musiziert und mündete in ein triumphales Finale. Die Psalmkantate „Wie der Hirsch schreit“ von Mendelssohn gehört zu dessen bedeutendsten geistlichen Werken. Mendelssohn gelingt eine sehr eindrückliche musikalische Umsetzung des 42. Psalms. Schon die Orchestereinleitung mit seinen düsteren Klängen führt die Hörer in eine ganz eigene Sphäre. Dabei bleibt, für Mendelssohn typisch, die Musik stets im Fluss. Wolff verwendete, ganz im Sinne des Komponisten zügige Tempi. Zu großes Sentiment wollte Mendelssohn nicht aufkommen lassen. Eindrücklich und rund im Klang war der Männerchor „Was betrübst du dich meine Seele“. Auch die Frauenstimmen gefielen durch engagiertes Singen und homogenen Klang. Zsuzsa Bereznai fügte sich in diesen Klang mit ihrem runden und in allen Lagen wohlklingenden Sopran bestens ein und bewältigte ihre im Duktus mal lyrisch, mal dramatisch zu gestaltenden Partien souverän. Eine triumphale und tröstliche Schlussfuge auf den Text beendete dieses besondere Werk. Das dankbare Publikum errang durch lang anhaltenden Applaus als Zugabe die Choralkantate „Verleih uns Frieden“ von Mendelssohn. Dieser eher stille, aber eindrückliche, Ausklang des Konzertes passte sehr gut zum Volkstrauertag, der immer auch die Bitte um Frieden beinhaltet. Ein sehr schöner Konzertabend in St. Gertrud. (Text von Arndt Schnoor)

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© Erik Asmussen